Samstag, 18. Juli 2015

Der Teufel steckt wie immer im Detail

Nach dem Chaos vom letzten Post wollte ich jetzt ganz geordnet mal ein paar Phloxsämlinge zeigen, die sich in meinem Garten breitmachen. Aber dies hat noch Zeit, die Phloxe holen gerade Schwung. Die Hochblüte ist bei mir in meinem Garten noch nicht erreicht.
Stattdessen fiel mir beim Fotografieren meine kleine Engländerin wieder auf.
Ich war vergangenes Jahr im Juli mit einer Reisegruppe in England und hatte mir von dort einige Pflanzen mitgebracht. Es war dieser Anbieter mit dieser Reise. Über die Reise schreibe ich mit Sicherheit noch mal, wenn es nass und kalt ist. Die Mischung aus alten und neuen Gärten hatte mich sofort angesprochen.
Unter anderem  waren wir auch in The Manor House in Upton Grey, einem Gertrude Jekyll Garten, in dem mir diese Pflanze fast ins Auge stach.

Eine Berkheya wie ich auf Nachfrage erfuhr. Kakteen sind nicht so mein Ding, aber diese stachlige Schönheit gefiel mir.  In dem Pflanzenshop in Wisley sprang sie mir dann kurz entschlossen in den Einkaufskorb.  Frei nach dem Motto:" Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, wer weiß, ob ich sowas üüüberhaupt in Deutschland bekomme" und ich bin mir ganz sicher, ich hätte mich schwarz geärgert, wenn ich sie nicht mitgenommen hätte.Und jetzt kommt das "Aber".
Ich hätte es wissen müssen. Welche Pflanze hat schon nur einen Namen. Es gibt immer mehrere Unterarten. Während die Berkheya in Upton Grey bestimmt eine purpurea ist,
sieht meine so aus und ist damit eher eine Berkheya cirsiifolia. Auch ganz hübsch und wie ich jetzt nach genauerem googlen weiß, nicht ganz so winterhart wie die purpurea. Na gut, es bleibt spannend. Der letzte Winter war ja kein Winter und nachdem sie schon in diesem die Blätter einfach vermatschen ließ und auf Nimmerwiedersehen verschwand, war ich erstaunt, dass sich im Frühjahr überhaupt was tat.
Schau'n wir mal, vielleicht hat sie sich jetzt in dem einen Jahr so etabliert, dass sie auch richtige Lausitzer Winter aushält und ich suche weiter nach einer purpurea. Die hätte ich gern auch noch.
Frau braucht schließlich eine korrekte purpure Erinnerung an The Manor House.

Dienstag, 14. Juli 2015

Juli

ist immer wieder der Monat, in dem mir der Garten so langsam aber sicher aus der Hand gleitet. Musste man den Stauden vorher beim Wachsen noch gut zu reden, explodieren sie jetzt förmlich, der Rasen startet senkrecht durch und versucht es den Stauden gleich zu tun. Unangefochtener Spitzenreiter ist aber das Unkraut in den Wegefugen. Nicht das in dem Fugensand irgend etwas explosives enthalten wäre, aber dort wächst es am Schnellsten. Unkraut gejätet, den Rücken zugedreht, wusch, steht das Nächste schon wieder in den Startlöchern und macht sich groß,größer, am größten.
Selbst wenn ich jetzt manchmal das Chaos nicht so richtig ansehen will, bin ich mir sicher, dass ich es im Winter wieder ganz anders sehe.Also hier ein wenig aktuelles Chaos.
 der Vorgarten
 der Vorvorgarten
 noch mehr Vorvorgarten ,
ein Kontrast der ungeplante Sauerampfer
 Stipa Calamagrostis will mitreden und wirft sich ganz weit nach vorn
 wenn man nicht aufpasst, hat man nicht nur eine Malve, sondern gleich ganz ganz viele. Die Bienen freut's.
 Der Phlox holt Schwung
hier und dort
 und überall
 das Hamamelisbeet, von Hamamelis im Moment nicht viel zu sehen.
und zuletzt das Dreiecksbeet


.
Alles wohlgemerkt schon nach dem Rasen mähen. Vorher war noch mehr Chaos.
Und so sieht das Vorher/Nachher-Bild aus, wenn ich mit der Kamera durch den Garten unterwegs bin.



Wenn nicht ständig die Regenschauer mich unterbrechen würden, läge noch mehr Unkraut im Weg. Könnte bitte jemand diesen April aus dem Juli abholen?!

Dienstag, 7. Juli 2015

Es ist viel zu heiß

....wer hat eigentlich dieses Wetter bestellt?! Das macht doch keinen Spaß nicht. Die Luft schwirrt, das was nach Wasser aussieht, ist nur eine Fata Morgana über der Straße und nicht nur die  Gärtnerin kocht im eigenen Saft und lechzt nach Wasser.
Die Rosenblüten hängen verbruzzelt an den Ästen herum, der Klee rollt sich im Schatten zusammen, die Früchte werden gleich am Strauch zu Marmelade und die Hühner drängen sich im Schatten um das kühlendste Sandbad und selbst die Schleimer stranden angedörrt auf den Steinen. Lediglich die Fliegen finden dieses Wetter Klasse.
25° und Schäfchenwolken, dazu ein kühler Drink mit Sonnenschirmchen,die Beine hochgelegt,  ein erfrischender nächtlicher, langsamer Landregen. Ja, das wäre ein Sommer nach meinen Vorstellung.
Stattdessen dieses alles lähmende Saharaflair. Nein, ich habe das so nicht bestellt und reklamiere. Man schicke mir Blitz und Donner, der dieser Hitze ein Ende macht, aber harmlos bitte, wenn ich schon am wünschen bin;-)

Dienstag, 30. Juni 2015

Unterpreppach

Als ich mir für meine Würzburger Reise noch mein abschließendes Blümchenkulturprogramm zusammenstellte, stieß ich auf eine Seite der bayrischen Gartenbauvereine. Tag der offenen Gartentür am 28.6. in ganz Bayern. Primstens, da liegen bestimmt auch welche auf meinem Heimweg. Wenn das kein Zeichen ist. Und so war es auch. Frau ist ja neugierig und lernt gern dazu. Kann ich mir gleich ansehen, wie andere Regionen dies so organisieren. Ich hatte mir den Ort Unterpreppach, einen Stadtteil von Ebern ausgesucht. Laut Internet sollten 7 Gärten in 4 Straßen offen sein.
Ich mein Navi scharf gemacht und dahin. Über Berg und Tal, durch Wald und Flur. Eine schöne Gegend.
Mein Navi befahl mir links in den Ort abzubiegen. Ich setze den Blinker, denkste, da stand schon ein Freiwilliger Feuerwehrmann und verweigerte mir die Zufahrt, schickte mich mit einer lapidaren Handbewegung zur nächsten Zufahrt. Na gut, so eine Feuerwehrübung am Sonntag ist auch wichtig. An der nächsten Zufahrt das gleiche Spiel. Ich solle noch ein Stück weiterfahren bis zu dem offiziellen Parkplatz und dann mit dem Shuttlebus zurückkommen. Holla, die Waldfee, die betreiben aber einen Aufwand für offene Gartentüren. Reeeespekt, Shuttlebus... Feuerwehr...
Tja, der Parkplatz war voll. Ich leicht angenervt. Nach ein wenig längerem Überlegen und innerlichem Dampf ablassen, hm, wenn ich schon mal hier bin, hm, dann sehe ich es mir auch an. Also mein Auto zu anderen schon parkenden, auf einen "wilden" Parkplatz gestellt. Im vollen Vertrauen darauf, dass sie so schnell kein Abschleppauto zur Hand haben. Das eventuelle Knöllchen hätte ich als Kulturabgabe für den Ort gern bezahlt. Vor mir liefen Leute, hinter mir liefen Leute, ich reihte mich ein. Die Gärten waren vorbildlich ausgeschildert. Es gab Pfeile auf den Straßen und ausliegende Flyer mit der Beschreibung der jeweiligen Gärten in einem Ortsplan. Insgesamt waren es 15 Gärten. Sehr gut organisiert.
Es schoben sich vor mir Leute durch die Gärten, es schoben sich hinter mir Leute durch die Gärten. Die jeweiligen Gartenbesitzer waren am Namensschild oder Strohhut oder beidem erkennbar. Auch eine gute Idee.
Auf den Straßen jede Menge Verkaufsstände mit Essbarem, Gartendekor, Textilien, Keramik, Trödelständen, Gartenbedarf im Großen und im Kleinen, eben alles was man sich so vorstellen kann. Der ganze Ort war auf den Beinen und beeindruckend sonntagsfein gemacht. Respekt. Ein schönes Fest.
Aber die Massen durch die Gärten. Ich hätte dies so nicht haben wollen. Für mich ist es wichtig mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen. Gern auch bei Kaffee und Kuchen. Aber mir von sicherlich interessierten Horden von Menschen mit Kind, Kegel, Hund und Kinderwagen den Garten plattwalzen zu lassen. Nein, danke. Hut ab vor den Gartenbesitzern, die das trotzdem mitmachen. Es waren sehr schöne Gärten dabei und es gab etliche Anregungen.
Aber ich für mich bleibe dabei. Gezielte Werbung im Internet oder Printmedien ist das A und O und für Interessierte oder Phytoholiker wie mich steht meine Gartentür immer offen. Dann ist es auch nicht solch ein erschlagender Andrang für alle.

Sonntag, 28. Juni 2015

Botanischer Garten Würzburg

Wenn ich auf Reisen gehe, dann schaue ich mittlerweile welche botanischen Höhepunkte auf dem Weg liegen. Diesmal war es Würzburg. Leider hatte ich nur den späten Nachmittag zur eigenen Verfügung und da galt es zu entscheiden. So ganz Kunstbanause darf man ja auch nicht sein. Also noch schnell den Ort der Veranstaltung umrundet, die Aussicht auf Würzburg gebührend bewundert und flinke Füsse gemacht... ab in den botanischen Garten der Stadt. Als Frau muss man Prioritäten setzen. Er, der Garten, schließt um 18.00 Uhr. Ich kann es nur mit einem Wort wieder geben... toll.
Zu mehr war einfach nicht Zeit.




Selbst an die  Shitwettervariante wurde gedacht. Der Anblick im Tropenhaus lässt den Regen vergessen. Danach noch den Schattenteil, die mediterrane Felsheide, sowie die Prärie bewundert und das feierabendliche -sicherlich wohlverdiente- Schlüsselklappern des zuständige Mitarbeiter ließ sich nicht länger ignorieren. Die Zeiten, in denen ich über Zäune kletterte sind vorbei.Außerdem wollte der Frankenwein auch noch verkostet werden.

Fazit: Der Garten und die Stadt haben wesentlich mehr Zeit verdient. Das nächste Mal.

Sonntag, 21. Juni 2015

6/12 Blick

Wieder ist ein Monat herum. Zeit für den Monatsblick. Grün soweit das Auge denn blicken kann. Wenn ich es mit dem Januarblick vergleiche, nicht so weit. (Memo an mich- sollte ich bei der Motivauswahl im nächsten Jahr vielleicht beachten.) Ansonsten finde ich die Idee immer noch richtig schön. Ich habe vorher nie so darauf geachtet.

Hinter dem Apfelbaum im Hamamelisbeet holt gerade der Noname-Aruncus Schwung, auch eine tolle unkomplizierte Staude.

Mittwoch, 17. Juni 2015

Nachlese- offene Gartentür

Nachdem es im Vorfeld noch ein wenig organisatorische Aufregung gab, begann und blieb der Samstag ganz entspannt. Die Sonne schien heiß und innig vom Firmament und liess sich nur am späten Nachmittag von Regenwolken verdecken. Die Besucher kamen peu a peu und gut verteilt, so dass man mit fast allen ins Gespräch kommen konnte. 
Die meisten Fragen gingen in Richtung Gartengestaltung, worauf ich immer meine 3 "Gartenheiligen" zitierte.
1.) Karl Foerster mit " Die Kombination von ragenden Gräsern mit wuchtigen Blattstauden ist dem Zusammenspiel von Harfe und Pauke zu vergleichen." Also jede Menge Blattkontraste.
2.) Wolfgang Oehme: "Klotzen statt Kleckern!" und
3.) John Brookes: "Alles muss in einem Verhältnis bzw. Raster stehen."

Viele fragten mich auch, was ich gegen Schnecken täte. Die Frassspuren waren unübersehbar.... Entnervt mit einer langen Grillzange einsammeln, im Fitwasser ertränken und danach dem Gartenkreislauf über den Kompost wieder zuführen.Sch...viecher! Ich sammele nur die braunen Nacktschnecken ein. Die Fraßschäden der Gehäuseschnecken stören mich nicht so und von den unter Naturschutz stehenden Tigerschnegeln erhoffe ich mir doch eine gewisse Unterstützung gegen die braunen Schleimer. Mit dieser Argumentation stand ich aber fast immer allein da. Schneckenkorn ist ein sehr beliebtes Mittel.
Interessierte Nachfragen gab es auch zu dem Insektenhotel und ich habe gelernt, wie ich eine Hummelkiste herstelle. Wird demnächst ausprobiert.
(ich brauch quietschfarbene Arbeitsgeräte und Eimer, sonst finde ich nix)

Viele konnten es nicht glauben, dass meine Hostas das ganze Jahr problemlos in den Zinkwannen bleiben und darin auch wunderbar über den Winter kommen. Der Schrotthandel wird wohl demnächst um etliche Zinkwannen erleichtert.

Die meisten Staudenfragen hatte ich zu Stachys macrantha und Filipendula vulgaris plena. Ich mag diese beiden unverwüstlichen Allrounder und setze sie an vielen Stellen ein. Im Gegensatz zu dem was in der Literatur steht, kommt das gefüllte Mädesüß bei mir auch im trockenen Boden klar. Manchmal ist es wirklich von Vorteil, dass Pflanzen nicht lesen können.
Stachys macrantha
 und
Filpendula vulgaris plena

Alles in allem war es wieder ein sehr schöner Tag, auch wenn ich abends platt wie ne Flunder vom vielen Reden und Stehen war und festgestellt habe, dass die meisten meiner Pflanzen mit "ja ähm" beginnen.



 Aber wofür gibt es Nachschlagewerke?!;-)

Samstag, 13. Juni 2015

Freitag, 12. Juni 2015

Offene Gartentür

Morgen ist es wieder so weit. In der Zeit von 10:00 bis 18:00 Uhr öffne ich meinen Garten im Rahmen der Privatinitiative der Lausitzer Gärten.
Es ist das 4. Jahr, in dem ich mitmache. Ich bin angeprochen worden, nachdem ich bei einem anderen Gartenbesuch mein damaliges, "zufällig" eingestecktes Fotobuch vom Garten zeigte.
Es kostet am Anfang wirklich Mut, Überwindung und eine "konsequente" Überredung den Garten zu öffnen. Schließlich zeigt man sein Herzblut her und fürchtet doch eventuelle abfällige Kommentare.
Aber dank der gezielten Werbung kommen zum Großteil die wirklich Garteninteressierten, die genau so enthusiastisch, wie man selber, sind.
Das Schöne am Gärtnern ist ja, dass die Gärten so unterschiedlich und vielfältig sind. Da gibt's die unterschiedlichsten Gartenformen von formalistisch barock bis zu naturnah unberührt. Jedem Tierchen sein Plaisierchen und negative Bemerkungen habe ich in all den Jahren nicht gehört.

Für mich ist Gärtnern die blanke Entspannung beim Umgang mit den Pflanzen, das gestalterische Spielen mit Blattkontrasten, von Hohem und Niedrigen,  zu sehen, wie eventuell etwas mit möglichst wenig Kraftaufwand Form annimmt  oder auch, wie etwas unerwartetes , nicht geplantes seinen Platz erobert. Genau dies möchte ich Besuchern zeigen und ermutigen selbst ihren Garten zu öffnen.Ob nun fertig oder nicht. Ein Garten ist ja bekanntlich niemals fertig. Aber Tage der offenen Gartentür sind Balsam für die Gärtnerseele.

Ich freue mich auf den offenen Gartentag, auf nette Gespräche, eventuelle Tipps und wenn ich dann abends Fusseln am Mund vom vielen Reden habe, dann war es ein rundum gelungener, offener Gartentag.
Jetzt noch ein paar vorabendliche Eindrücke zum "Anfüttern";)
der Südweg

der Blick vom Südweg nach hinten
der Gemüsegarten

das Dreiecksbeet mit den Gräsern

die "Via regia"
 und ein bisschen hellbraun, grün und rosa 
Bildunterschrift hinzufügen

die akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegifolium)
mit der Rose "New Dawn"
Bis morgen

Mittwoch, 3. Juni 2015

Fast HighLine in Oelsnitz

so ein ganz kleines bisschen plant frau den Urlaub ja schon nach den Gartenschauen. Diesmal verschlug es uns nach Oelsnitz ins Erzgebirge.
Ein Wunschtraum von mir ist es, den HighLine-Park in New York entlang zu schlendern. Ich finde die Idee aus einer ehemaligen Hochbahn einen Park zu machen genial.
Also dachte ich, wenn schon New York nicht gleich um die Ecke liegt, fangen wir eben in  Oelsnitz an. Ein ehemaliges Bahngelände wurde dort umgestaltet. Auch wenn es sich in Länge und Größe mit dem HighLine-Park nicht  messen kann, mir hat dieser Teil der Gartenschau sehr gefallen, gerade das Verbindende aus alter und neuer Funktion.


Die Luft hinter dem Gradierwerk, war sehr erfrischend.






Ansonsten ist es wie immer hauptsächlich eine Leistungsschau des grünen Gewerbe mit Blumenhalle, temporären Beeten, Garten- und Grabgestaltung,etc.

von dieser Akelei hätte ich gern den Namen gewusst, es fand sich aber kein Schild.




Noch etwas hat mir Lust gemacht. Silene dioica. Sie fiel mir schon bei der LaGa auf und begegnete mir anschließend bei der Wanderung im Jöhstädter Schwarzwassertal immer wieder. Sowas bezauberndes wird in meinen Garten auch einziehen und wenn sie sich versamt, um so besser.
Silene dioica mit Baldrian
Das Schwarzwassertal




Alles in allem waren es zwei schöne Tage




Wer noch ein bisschen mehr über die Landesgartenschau nachlesen will,  hier findet sich mehr. Sehenswert ist sie auf alle Fälle. Und wer anschließend noch etwas Zug so wie wir abbekommen will, der schaue hier.