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Dienstag, 5. Juli 2016

Landesgartenschau Bayreuth

Ende Mai war ich für 3 Tage in Bayreuth, um mir die Landesgartenschau anzusehen. Sachsen richtet dieses Jahr keine aus und ich war eindeutig "blümchenunterguckt". Ein Zustand, den ich nur schwer mit mir selber aushalten kann. Also Hühner, Katzen und Garten organisiert und los.
Als erstes steuerte ich die LGS an. Kaufte mir ein Tagesticket, sammelte die jeweiligen ausliegenden Flyer ein und blumenguckte, was das Zeug hielt.
So eine Landesgartenschau hat es nicht einfach. Oft auf der Grünen Wiese oder ehemaligem Industriegelände  innerhalb weniger Jahre aus dem Nichts gestampft, um dann in zukünftigen Jahren ein Erholungsgebiet für die Bevölkerung zu werden. Es ist schon eine gestalterische Herausforderung in so kurzer Zeit.
Ich finde diese Art der Renaturierung durch die Gartenschauen nach wie vor gut und unterstütze dies mit meiner Karte auch nach Kräften.
Abgesehen davon interessiert es mich schon, wohin der Trend geht und wie eventuelle zukünftige Gärten aussehen könnten.
Wo es sich auch immer gut Blümchen gucken lässt,  ist die Grabgestaltung. Nirgendwo bekommt man so viele neu gestaltete Grabstellen zu sehen, wie auf einer Gartenschau.
Für mich sind dies gut durchdachte Minigärten, die sich nicht nur auf dem Friedhof umsetzen lassen. Inspiration pur.

Was ich auch gern mache, wenn ich in aller Ruhe vor mich hinschlendern kann, ist mir die Gartenschau ein 2. Mal anzusehen. Die erste Runde mit und die zweite Runde gegen den Uhrzeigersinn. Es ist erstaunlich, wie anders es aussieht.

Ein paar Impressionen.
Landesgartenschau Bayreuth 2016
Als ich zwischendurch mal verschnaufen musste, blätterte ich mich durch die Flyer und erst da fielen mir die Außenstellen der LGS so richtig ins Auge.  Die Ermitage, das Lustschloss Fantaisie, der Felsengarten Sanspareil und nicht zuletzt der Botanische Garten Bayreuths.
Also auf zum nächsten Programmpunkt. Die Ermitage. Durch einen Auenweg und ein kurzes Stück Jakobsweg mit der LGS verbunden. Die Historie lässt sich hier nachlesen. Herrlich.
Ermitage

Für den nächsten Tag hatte ich mir den Felsengarten und das Lustschloss vorgenommen. Beides wunderschön und die Gartenkunst-Ausstellung im Schloss Fantaisie sehr interessant. Der Eintritt in das Gartenkunst-Museum ist in der Tageskarte der LGS enthalten.
Das ist doch mal
eine Azaleen- und Rhododendronunterpflanzung

Es fehlten nur ab und zu ein paar Sitzgelegenheiten in der Ausstellung, um das Ganze noch ausführlicher betrachten zu können.  So stellte ich oft lächelnd an den Türrahmen gelehnt fest, die Gartengestalter haben auch früher schon alle von einander abgekupfert... ähm, sich inspirieren lassen. Pückler war unter anderem auch da und wenn man die Pläne, Gärten und Parks vergleicht, weiß man, woher es kommt. Die Ausstellung ist wirklich lohnend und sehr zu empfehlen.

Der Abschluss meiner 3-Tage-Tour bildete dann der botanische Garten in Bayreuth. Hier ist das, was den LGS oft fehlt. Alter Baumbestand, gut ausgeschilderte Pflanzen in ihren natürlichen Lebensräumen und Zeit zum Einwachsen. Platz für Kunst ist auch da.

Alles in allem war es eine gute Mischung. Ich war "blümchensattgeguckt", bin inspiriert und habe einiges zum Abkupfern für meinen Garten gesehen;-)



Donnerstag, 8. Oktober 2015

Bundesgartenschau 2015

Um uns frischen Gartenwind um die Nase wehen zu lassen, statteten wir am ersten Oktoberwochenende  der Bundesgartenschau in der Havelregion einen Besuch ab.
die Havel


Frau lernt ja gerne dazu und neugierig bin ich auch. Es war ein sehr sportliches Programm. 5 Standorte, die weitesten 80km auseinander, auf gefühlten 1000 ha und das in 2 Tagen, man war ich platt.
Näheres lässt sich hier nachlesen (über die Buga, nicht über meine abgelaufenen Füsse;-))

Die Buga auf 5 Standorte zu verteilen hatte was. Sie waren alle so unterschiedlich, dass man sehr viel zu sehen bekam.
Rathenow hatte mit der Landesgartenschau von 2006 schon einen eingewachsenen Vorsprung und bei dem Bismarckturm fühlte ich mich glatt an Sissinghurst erinnert.

Hach, so ein Turm ist schon ein tolles Gartenaccessoires. Fehlen nur die passenden Latifundien dazu. In diesen Momenten kann ich Modellbahnbauern nachfühlen. Macht man es eben bisschen kleiner. Hm, vielleicht sollte ich über einen Taubenturm nachdenken.

Die Themengärten in Brandenburg hatten Diskussionspotential, wie es so schön neudeutsch heißt. Sie waren nicht so ganz meins. Müssen sie ja auch nicht.




 



Es gab auch positive Details für meine Merkliste. 

Persönlich gefiel mir  Rhinow/Stölln am besten. Die ersten Flugversuche von Otto Lilienthal mit bepflanzten stilisierten Tragflächen und einer "Boarding- Strecke" über den Fliegerpark zur IL 62 nachzugestalten, fand ich echt witzig. Trockenen Fusses wurde man durch die bepflanzten Beete und die naturbelassene Steppen/Wiesenfläche gelenkt, den Blick über die Landschaft schweifend. Genial.
Auch die Kakteenbepflanzung in Containern auf Augenhöhe hat mir sehr gefallen. Dies und einiges anderes hätte ich mir gern öfters im Jahr angesehen.



Aber damit hat man als Weitanreisender eben ein Problem. Einzelkarten für nur einen Standort gab es erst am Ende der Saison und wenn man dann schon mal da ist, will man auch alles sehen. Für ein nochmaliges Wiederkommen fehlt die Zeit. Also japanisch reisen, flinke Füsse und viele Fotos machend und dann zuhause feststellen, "hätteste dir das mal genauer angesehen"
Und das ist für mich der Nachteil an den großen Gartenschauen (Buga, IGA, Floriade). Es ist zu viel, zu groß. Man kann es gar nicht alles erfassen. Von den gesalzenen Eintrittspreisen ganz abgesehen. Kleiner wäre einfach mehr.
Die Grundidee, die hinter den Gartenschauen steht, ehemalige Industriebrachen zu renaturieren, neue grüne Impulse zu geben und auch nicht ganz so enthusiastische Blümchenfreaks wie mich, die Schönheiten und Einmaligkeiten der Pflanzen- und Tierwelt in der Region zu zeigen, finde ich gut und das ist auch ein Grund, warum ich sie besuche bzw. mit meiner Eintrittskarte unterstütze.

Ansonsten bevorzuge ich doch lieber eingewachsene botanische Gärten. Sie geben mir persönlich mehr.
Aber, jedem Tierchen sein Pläisierchen und aus einem kleinen Pflanzenfreaks kann ja auch ein großer werden.

Auf der Rückreise legten wir noch einen Zwischenstopp in Potsdam/Bornim im Karl-Foerster-Garten ein.
Ein Traum zu jeder Jahreszeit.








Und die angrenzende Staudengärtnerei..... einfach nur praktisch;-)

Alles in allem war es ein sehr schönes abwechslungsreiches Wochenende mit etlichen diskussionswürdigen, aber auch umsetzbaren grünen Denkanstössen.

Mittwoch, 3. Juni 2015

Fast HighLine in Oelsnitz

so ein ganz kleines bisschen plant frau den Urlaub ja schon nach den Gartenschauen. Diesmal verschlug es uns nach Oelsnitz ins Erzgebirge.
Ein Wunschtraum von mir ist es, den HighLine-Park in New York entlang zu schlendern. Ich finde die Idee aus einer ehemaligen Hochbahn einen Park zu machen genial.
Also dachte ich, wenn schon New York nicht gleich um die Ecke liegt, fangen wir eben in  Oelsnitz an. Ein ehemaliges Bahngelände wurde dort umgestaltet. Auch wenn es sich in Länge und Größe mit dem HighLine-Park nicht  messen kann, mir hat dieser Teil der Gartenschau sehr gefallen, gerade das Verbindende aus alter und neuer Funktion.


Die Luft hinter dem Gradierwerk, war sehr erfrischend.






Ansonsten ist es wie immer hauptsächlich eine Leistungsschau des grünen Gewerbe mit Blumenhalle, temporären Beeten, Garten- und Grabgestaltung,etc.

von dieser Akelei hätte ich gern den Namen gewusst, es fand sich aber kein Schild.




Noch etwas hat mir Lust gemacht. Silene dioica. Sie fiel mir schon bei der LaGa auf und begegnete mir anschließend bei der Wanderung im Jöhstädter Schwarzwassertal immer wieder. Sowas bezauberndes wird in meinen Garten auch einziehen und wenn sie sich versamt, um so besser.
Silene dioica mit Baldrian
Das Schwarzwassertal




Alles in allem waren es zwei schöne Tage




Wer noch ein bisschen mehr über die Landesgartenschau nachlesen will,  hier findet sich mehr. Sehenswert ist sie auf alle Fälle. Und wer anschließend noch etwas Zug so wie wir abbekommen will, der schaue hier.